Empathie in Zeiten von Terror und Krieg – ist so etwas überhaupt möglich ? Diese Frage stellt sich die Essayistin und Literaturübersetzerin Joanna Chen, die im Alter von sechzehn Jahren von England nach Israel ausgewandert ist. Das Übersetzen von Romanen und Gedichten aus dem Hebräischen oder Arabischen beschreibt sie als einen Versuch, Brücken über tiefe Gräben zu schlagen – so unmöglich das mitunter auch scheinen mag. Im Wissen um das Leiden auf beiden Seiten hat sie ihren Traum nicht aufgegeben: von einer Zeit, in der ein friedliches und respektvolles Miteinander von Palästinensern und Israelis gelingen könnte. Der Weg, so Joanna Chen, führt womöglich auch über die Literatur zu Verständnis und Verständigung – und zu Empathie und Mitmenschlichkeit, ohne die eine gemeinsame Zukunft nicht denkbar ist. Sechs ihrer Essays liegen in dieser Sammlung nun erstmals in deutscher Übersetzung vor.